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Viñales

Unsere Ankunft in Viñales werden wir so schnell nicht vergessen. Als der Bus hält, schauen wir uns nur an, grinsen und denken beide das Gleiche: Hilfe! Ein riesen Gedrängel herrscht da draussen, obwohl wir noch nicht einmal ausgestiegen sind. Wir lassen uns Zeit und doch entkommen wir der Meute nicht. Absolut jeder der ein sogenanntes Casa Particular in Viñales besitzt steht vor dem Bus und wirbt für seine Unterkunft, die natürlich die Beste von allen ist. Ich werde sofort von Anna in Besitz genommen und nicht mehr aus den Augen gelassen, bis ich meinen Rucksack aus dem Bus gehieft habe. In Cuba kann sozusagen jeder der ein Haus oder eine Wohnung hat ein Zimmer vermieten. So wohnt man quasi in der Familie. Man hat ein eigenes Bad und ein Zimmer. Gekocht wird von der Familie, wenn man möchte. Wir gehen also mit Anna mit zu ihrer Schwester, oder wars die Cousine? Jedenfalls zum Casa Yoannia y Yaidel. Das Haus ist gross, da die Familie ein Restaurant (La Cabaña) betreibt. Es hat zwei Zimmer zum vermieten und das Flachdach darf als Balkon benutzt werden. Für 15 CUC fürs Zimmer und 3 CUC fürs Frühstück willigen wir ein. (1 CUC ~1 CHF).

Das Dorf Viñales ist relativ klein, ländlich und freundlich. Berühmt wurde es wegen seiner kargen Felsen, die beeindruckend aus dem roten Boden hervorstechen. Das Essen im hauseigenen Restaurant ist sehr lecker und für 8CUC steht einfach aaaalles auf dem Tisch. Diverse Früchte, Avocado, Gurke, Bananenchips, Suppe, Reis, Bohnen, Poulet, Bohnenreis.. genial. Wir sind pappsatt.

Auf der Dachterrasse lernen wir Pierre und Marie kennen. Sie sind Geschwister aus Frankreich. Wir verstehen uns super und ich bekomme zwischen Deutsch, Englisch, Spanisch und nun Frankzösisch das perfekte Sprachenchaos. Downtown gibts Mojitos und Livemusik (selbstverständlich kann man auch CDs kaufen).

Am zweiten Tag besuchen wir Cayo Jutias, dem widme ich der Fotos wegen, ein eigenes Kapitel.

Am dritten Tag in Viñales gehen wir gegen Mittag zum Dorfplatz und warten auf Jessi und Francisco. Die beiden machen Ferien auf Varadero und wir treffen uns in Viñales für ein paar gemeinsame Tage.

Daaa sind siee.. im blauen Oldtimer!

Nachmittgas besuchen wir gemeinsam den üppigen botanischen Garten, der fast etwas verwunschen wirkt. Jessi und ich können uns kaum einkriegen und schiessen hunderte von Bildern.

Hibiskus

Jackfruit

 Kakao

Libelle

Den nächsten Morgen verbringen Francisco, Jessi und ich auf der bank. Ramesh liegt mit Bauchschmerzen im Bett und wir drei machen uns auf den Weg um das Portemannaie wieder etwas zu füllen. Kuba st gar nicht so günstig wie wir erwartet haben. Es gibt zwei verschiedene Banken in Viñales. Eine für Touristen, eine für Einheimische. Wir stellen uns in die lange Schlange. Ja die Touristen machen das ganz brav, hinten anstehn. Die Kubaner handhaben das anders. JEder stehet oder sitzt irgendwo. Wenn jemand neues kommt fragt er "el ultimó?" (Der letzte?) Irgendwer ruft ich und nun weiss die neue Person, dass sie hinter demjenigen der ich gerufen hat, drankommt. Wir werden scnell belohnt fürs anstehen in der brühtenden Hitze. Es fährt plötzlich ein Lieferwagen vor und ein Mann mit Maschinengewehr steigt aus und vertreibt uns vom Eingang. Dann steigen drei weitere, ebenfalls bewaffnete Männer aus, jeder mit zwei durchsichtigen Plastiksäcken in den Händen. Die Plastiksäcke sind voll, aber wirklich voll mit Geldscheinen. Ein echt genialer Anblick, der uns für die Stunde anstehen belohnt.

Als wir zurückkommen gehts Ramesh etwas besser und wir machen uns auf den Weg. Wir wollen zu einem Camping "Dos Hermanas" wandern. Der Weg geht durch die Kargsteinlandschaft und soll beeindruckend sein. Na dann mal los. Der Weg ist echt total schön, das satte Grün von den ganzen Pflanzen hebt sich von dem roten Lehmboden ab, der richtig leuchtet. Es ist echt fantastisch. Unterwegs treffen wir ganz viele Cowboys. JEder ist in Cowboymontur nach irgendwohin unterwegs. Nach etwa zwei Stunden, bei ca. 35° und bestimmt 80% Luftfeuchtigkeit kommen wir an einen See. Das heisst eigentlich ist der See unser Weg. Wir versuchen es links und rechts durchs Gebüsch, doch irgendwie geht der See überall in einen Fluss über. An ein Durchkommen bei dem Lehmboden und Franciscos geschundenen Zeh ist nicht zu denken. Leider haben wir auch keine Ochsen oder Pferde dabei, wie der Kubaner den wir treffen. Tjaa für uns heisst also umdrehen, was gar nicht so schlecht ist, wie wir kurze Zeit später bemerken. Der Himmel wird immer dunkler, es beginnt zu blitzen und donnern. Ein GLück zieht es an uns vorüber und wir bleiben trocken. Und so ohne Sonne die runterknallt, kommt man doppelt so schnell voran.

Abends gibts mal etwas Abwechslung beim Essen. Wir haben ein gutes Restaurant "L'Olive" gefunden, in dem es superleckere Lasagne gibt! Da lacht das Herz.

Dann zurück auf den Dachbalkon. Unsere Vermieter haben heute morgen gut hörbar ein Schwein geschlachtet und vor unserer Zimmertür auseinandergenommen. mhmmm Ein Tagesprojekt für mind. 4 Männer und ein Fest für die Familie abends. Wir bekommen frischen, in Öl gekochten Speck, leider noch mit Borsten dran. Naja wir sind halt aufm Land...

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