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Trinidad

Die Busfahrt nach Trinidad ist wieder abendheuerlich. Am Busbahnhof in Cienfuegos ist ein riesiges Durcheinander. Ein Glück haben wir bereits unsere Tickets und setzen uns früh in des Bus. Dieser füllt sich und füllt sich und überfüllt sich. Der Bus Viazul ist ja eigentlich ein Touristenbus, da in Kuba Touristen und Einheimische getrennt reisen. Unser Busfahrer sah dies jedoch nicht so eng und liess gegen einen kleinen Geldschein auch die Kubaner einsteigen, sehr zum Pech einer Touristenfamilie die zu spät kam und somit keinen Platz mehr hatte. Unterwegs gehts dann per Stop and Go weiter. Kubaner rein, Kubaner raus. Uns amüsierts.

In Trinidad werden wir von Fidel erwartet. Fidel ist schon relativ alt, spricht etwas englisch und ist 100% ein Kollege von unserem Opa in Cienfuegos. Das Casa welches wir ausgesucht haben hiess nämlich anders. Macht nichts. Fidel ist supernett und sein riesiges Haus befindet sich sehr zentral. Fidel und seine Frau Gladys haben ein wunderschönes Haus mit einer riesigen Dachterrasse. Wir können bis zum Meer sehen. Wir bekommen ein kleines Kabäuschen, das sich Zimmer nett und 15CUC kostet. Morgen dürfen wir in das grössere Zimmer (riesig!) umziehen, dies allerdings für 20CUC pro Nacht.

Trinidad gefällt uns total gut. Die ganzen kleinen, gepflasterten Strassen und die farbigen Häuschen haben echt Charme. Die Häuser sind grösstenteils gut restauriert, das einzige Manko sind die Touristenmassen die ab dem Mittag durch die Strassen strömen. Auf dem Weg zu der Bar, wo man den berühmten Canchanchara trinken kann, treffen wir auf Pierre und Marie (unsere Nachbarn aus Viñales). Sie begleiten uns zu der Bar, wo wir Jessie und Francisco treffen, die ebenfalls für einen Nachmittag in Trinidad sind.

 

Pierre und Marie haben für den nächsten Tag einen Kubaner mit 4x4 Antrieb Jeep angeheuert, um in den Nationalpark Topes de Collantes zu fahren. Es ist der Geburtstag der beiden und wir dürfen sie begleiten.

Wir fahren in den hintersten Parkteil Guanayara und machen eine 5km lange Tour am Fluss Rio Melidioso entlang.

Auf dem Hinweg kommen wir kaum vorwärts, da alles intensiv betrachtet und fotografiert werden muss. Plötzlich schiesst aus einem einsamen Haus ein Dackel heraus. Er begleitet uns während der nächsten zwei Stunden bis zu den beiden Wasserfällen. Plötzlich kommt uns eine Reisegruppe entgegen. Uuuuund wer ist dabei? Jessie und Franc! In der hintersten Ecke des Nationalparks, echt lustig!

Das Naturschwimmbecken ist eiskalt aber wir gehen trotzdem baden.

Der Rückweg verläuft etwas schneller, wir müssen ja schliesslich rechtzeitig zurück bei unserem Fahrer sein, der auf uns wartet. Jaa so ist das immer in Cuba. Jeder ist Taxifahrer und nachdem man sich auf einen Preis geeinigt hat, wird man an den gewünschten Ort gefahren uuuund die Cubaner warten bis man zurückkommt und wieder zurück will. Warten gehört zu Cuba und es wird immer auf irgendetwas gewartet.

Da Marie und Pierre Geburtstag haben laden sie und in ihr Casa zum Abendessen ein. Wir revangieren uns auf unserer geilen Terrasse mit Guayabita (einem speziellen Rumlikör und aus der Frucht des Baumes Guayabita, den es nur in Pinar del Rio gibt). Wir leisten uns sogar noch Chips, Priiingels für 4.20 CUC (1 CUC mehr als der Rum) aber sie schmeckten einfach genial.. Auch die Zigarren aus Havana werden ausgepackt.. Ein echt unvergesslicher Abend.

26.07.2012 Dia del Revolución!!! So viel Party haben wir ja noch nie erlebt... Ein Tag wie jeder andere auch, hier in Trinidad scheints keinen zu interessieren. Wir spazieren durch die Stadt und suchen die Ermita del Popa, bei der man scheinbar einen wunderbaren Ausblick haben soll. Auf dem Weg kommen wir durch real Cuba, ziemlich heruntergekommene Häuser und jeder sitzt draussen, plaudert und wartet (auf irgendetwas). Wir treffen auf eine ältere Frau die Münzen aus aller Welt sammelt, leider haben wir keine Schweizer Franken dabei. Na wenn wir schon kein schweizer Geld haben, dann doch wenigstens ein paar CUC.  Wir finden die Popa (eine alte Ruine), doch die Aussicht von unserer Terrasse ist bedeutend schöner und es stinkt auf der Terrasse auch nicht so doll wie bei der Popa. Als dann noch zwei Kubaner mit einer geschlachteten Ziege vorbeikommen, entscheiden wir uns wieder zurück zu gehen. Nach zwei Stunden Diskussion wohin wir weiterreisen wollen, buchen wir uns drei Nächte in einem fünf Sterne Hotel auf Cayo Coco. Schliesslich sind wir in der Karibik und wollen an den strand. Ohne Hotel ist das allerdings kaum möglich. Übermorgen gehts los, juhuuu...

Abends gehts ins Casa de la Musica. Livemusik draussen auf einer Treppe mit vielen verschiedenen Bars. Echt gemütlich und Zuschauer sind Cubaner und Touristen durchmischt.

 

 Am nächsten Tag gehts nach dem Frühstück ins Valle de los Ingenios. Wir suchen uns ein Coco Taxi. Ein Moped mit hinten zwei Sitzen in einer Art Nusschale. Und los gehts durch das breite, flache Tal mit vielen Palmen und Zuckerrohr, welches ursprünglich in riesen Massen angepflanzt wurde. Wir sehen kein Zuckerrohr nirgends. Armer Ramesh, hat er sich doch auf waschechten, natürlichen Rum gefreut.

In Manacas Iznaga steigen wir aus dem luftigen, schnellen Gefährt aus. Dieses Mal wartet der nette Fahrer nicht auf uns, was uns später noch zum Verhängis wird. Wir erklimmen die Treppen des 41m hohen Turms. (Der grösse von Cuba glaube ich). Die Sicht ist super und wir sehen sogar Waggons von der früheren Zuckerrohrtransporteisenbahn.

 

Danach machen wir uns zu Fuss auf den Weg zur Villa Buenavista. Wir wimmeln die ganzen Taxis ab, da der Weg laut Reiseführer schön und kurz sein soll, die Villa ein verwunschenes, altes Herrenhaus.

Wir gehen die Strasse entlang, einen anderen Weg finden wir nicht. Es ist mittags und natürlich hat es nicht einen einzigen Baum. Nach einer endlosen halben Stunde (vielleicht wars auch mehr, oder auch weniger) sehen wir dann die Villa und biegen in einen Pfad ab, der zum Haus führen sollte. Ein Glück haben wir unsere gutes Schuhwerk dabei: Die guten alten FlipsFlops. Der Weg ist morastig und schlammig und wohl schon länger nicht benutzt. Nachdem Ramesh seinen FlipFlop im Matsch verliert und suchen muss, drehen wir um. Igendwie scheint das der falsche Pfad zu sein und Ana bekommt plötzlich schiss, dass die Villa oder nebenstehende Häuser von Hunden bewacht sind. Wir hören nämlich schon länger einen kläffen. Zurück auf der Strasse fragen wir einen alten Cowboy der uns entgegen kommt. Er deutet auf den nächsten Weg, scheint jedoch noch nie was von Villa Buenavista gehört zu haben.  Der Weg ist etwas besser als der andere, aber auch "Fango", wie uns der alte Cowboy stirnrunzelnd sagt. Jaaa wir finden die Villa, aber ausser uns geht da wohl kein Mensch hin. Der Marsch durch das hohe Gras und die wegspringenden Frösche und Heuschrecken beruhigen Anas Angst (jetzt nicht mehr vor Hunden sondern vor Schlangen - denkt daran wir haben nur FlipFlops an) nicht gerade. Das Haus ist eine Ruine und verschlossen. Super! Nach einem kurzen Snack, die guten alten Crackers und etwas warmes Wasser, gehts dann weiter zur Strasse. Nur blöd, dass wir diesesmal kein Taxi das wartet angeheuert hatten. Also greifen wir auf "an die Strasse stellen und Daumen raus" zurück. Das erste Auto hält an! Wer hätte das gedacht! Touristen! Italiener! Sie bringen uns zurück bis Trinidad wo wir uns prompt verlaufen.

Dann endlich zurück gehen wir in eine Bäckerei, um uns zu erholen, leider läuft dort kein Strom, es gibt also keinen Kaffee und kein risches Brot. Das ist ja echt ein super Tag! Also zurück ins Casa und unter die kalte Dusche.. mhhmmm.

Und ich endecke noch das Highlight des Tages: Mein Nachtischlämpchen, das aussieht wie ein Octopus hat doch tatsächlich Touchscreenfunktion und noch dazu 4 Helligkeitsstufen. Sehr edel, das Ding!  Da soll mal noch jemand sagen, die seinen nicht fortschrittlich in Cuba.

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