San Blas, Isla Chichime
25.05.2013
Ab ins Paradies war wohl der richtige Spruch für meine drei Tage in San Blas. Die Fahrt dahin weniger... Um 6 Uhr morgens holt mich ein Shuttle der Organisation 'LIM Reisen' im Hostel ab und bringt mich und 6 andere Touris zu deren Büro, wo wir stundenlang Finanzen regeln.
Natürlich wollen dann noch alle in den Supermarkt und Getränke kaufen, da wir fälschlicherweise gesagt bekommen, dass Getränke auf San Blas sehr teuer sind. Stimmt allerdings nicht. Und sie verkaufen sogar 5l Kanister. Egal, vollbepackt geht's dann los. 1h auf dem Highway, 1.5h auf ner Serpentinenstrasse, welche alle Mägen stark beansprucht. Wooow! das ist echt kurvig. Aber die Landschaft ist, wie überall in Panama, genial. Grün soweit man schauen kann. Leider muss ich mich auf die Strasse konzentrieren. Die Strasse ist erst 6 Jahre alt, also ziemlich neu. Vorher habe die Fahrt gegen 7h gedauert und sei teilweise wegen zu viel Regen gar nicht passierbar gewesen. Am 'Hafen' angekommen, welcher aus einem Baumbushaus und Backsteinen besteht, an welchen die Nussschalenboote angemacht werden, müssen wir nochmal 12 Dollar Eintritt oder Nationalparkgebühr oder was weiss ich was bezahlen. Dann steigt jeder in das entsprechende Böötli, das zur Insel fährt. San Blas besteht aus 360 Inseln, wovon 49 bewohnt sind. Es hat grössere, bewohntere Inseln, laute und ruhigere und teils Inseln, welche nur aus einer Palme bestehen. Angelio ist unser Gastgeber und holt mich und zwei Londonerinnen ab. 40min brettern wir mit der motorbetriebenen Nussschale zu unserer Insel. Die Fahrt alleine ist schon super. All die Inseln, welche eigentlich nur aus Sandbänken mit Palmen drauf bestehen.
Die Kuna- Bevölkerung, welche in diesem Gebiet lebt, hat eine semiautonome Regierung und unterscheidet sich somit von der panamenischen Regierung. Die Kuna sind Indios, welche ihren Ursprung in Kolumbien haben, jedoch zu Zeiten der Eroberung der Spanier umgesiedlet wurden. Sie haben ihr eigenes Politiksystem, eine eigene Religion, Medizinmänner, die ausschliesslich pflanzliche Medikamente herstellen usw. Sie leben in Hütten aus Bambusstäben, die nebeneinander in den Sand gesteckt werden und ein Dach aus Palmen haben. In so einem Haus befand sich dann auch mein 'Dorm', wo ich für 30 Dollar inkl. Vollpension in einer Hängematte übernachtete. Ich musste feststellen, dass Hängematten zwar bequem sind und Viecher abhalten, aber eine ganze Nacht... Das heisst drei ganze Nächte.. Wow! das geht in die Muskeln und Gelenke, bzw. ich wusste nach der ersten Nacht gar nicht mehr, wie ich wieder aufstehen sollte. Aber man gewöhnt sich dran.
Die Vollpension bestand aus Frühstück mit Brot und Ei, Mittag- und Abendessen aus Reis, Bohnen und Fisch. Der Fisch war die ersten beiden Tage auch frisch und somit sogar für mich lecker (Gräten herumgepuule und glasige Augen, die einen anstarren, ausgenommen). Am dritten Tag kam dann eine Gruppe Spanier und einige Chilenen an, was den Tourianteil der Insel von 6 auf 20 erhöhte. Frischer Fisch war da natürlich nicht mehr möglich. Das Essen war aber trotzdem ok und die Atmospäre super. Schön, wenn mal niemand mit seinen elektronischen Geräten spielt, sondern alle zusammensitzen und plaudern.
Viel gemacht hab ich nicht. Konnte ich auch nicht. Die Insel umrundet hat man in 15 Minuten, ein wunderschöner Spaziergang durch das ganz und gar klare Wasser und den weissen Sand. Rund um die Insel hat es orange Seesterne im Wasser und vier andere Häuschen, in welchen Kunafamilien wohnen. Einige waren stets stundenlang schnorcheln oder schwammen zu irgendwelchen Inseln. Mir gefällts besser über dem Wasser. So hab ich mich am Strand meiner spanischen Literatur gewidmet. Spanisch sprechen macht hier echt super viel Spass. Die Einheimischen schätzen dies so sehr und freuen sich total darüber, sodass gleich die Familie herbeigerufen wird, dass da jemand spanisch kann.
An einem Nachmittag sind wir zu der Hauptinsel gefahren und haben ein Museum besucht. Das heisst, es war eine Hütte, die vollgestopft war mit alten traditionellen Sachen, anhand derer die Schüler ihren 'Geschichtsunterricht' haben und wir Touris über die Kultur informiert wurden. Ich hatte die Ehre, alles von Spanisch ins Englische für meine neuen Freunde zu übersetzen. Wow! das hat mich gefordert, aber auch viel Spass gemacht und mich gefreut, dass dies möglich ist. Leider durften wir auf der ganzen Insel keine Fotos machen. Die Kunas mögen keine Fotos und wenn, dann nur gegen Geld. Naja, das ist zu respektieren und wenn ich vom Boot aus zoome, merkts auch niemand. ;-)
Nach drei Nächten bin ich gestern wieder nach Panama City zurück gefahren. Viele Eindrücke, Bekanntschaften, Entspannungen und Sandflohstiche reicher. Jetzt wird alles gewaschen und sortiert und morgen fliege ich nach Ecuador und treffe endlich meinen Liebsten wieder. Juhuiii.

