Amazonia, Runa Huasi Lodge
07.06.2013
Jaaaa! da ging's dann hin in die Runa Huasi Lodge. Mit dem Taxi mussten wir uns allerdings erstmal eine Stunde durch Quito kämpfen.
Die Busterminals liegen total ausserhalb und da die Stadt ja von Nord nach Süd 60km in die Länge gezogen ist, kommt da einige Zeit zusammen. Am Busterminal hatten wir schneller ein Ticket in der Hand, als wir 'Tena' (unser Ziel) sagen konnten. Hopp da waren wir schon im Bus. Weniger schnell ging's dann ab da weiter. Mit 5 km/h schlich der Bus mindestens eine Stunde durch Vororte von Quito und lud absolut jeden ein, der auf der Strasse wartete... Huii! Als wir die Vororte hinter uns hatten ging's dann hoch in die Anden und über einen 4000m hohen Pass. Da sind wir schon nur vom aufs Klo zu gehen ausser Atem gekommen. In Serpentinen ging's dann runter und schon bald konnten wir Grün sehen. Viel Grün, seeehr viel. Bäume bis an den Horizont, durchzogen von Amazonaswolken. Ein genialer Anblick. Leider ist fotografieren aus dem Bus heraus ja relativ bis sehr schwierig, vor allem wenn's in Kurven runtergeht.
In Tena angekommen, nutzten wir die knappe Stunde und liessen uns Achtung! mit dem Taxi ins Cafe Tortuga chauffieren. ok es hat nur 1$ gekostet und wir haben im Reiseführer gelesen, dass das Cafe 1. Hamburger für 2.50$ hat und 2. von einer Schweizerin geführt wird. Nix wie hin. Und wen treffen wir? Eine Baslerin, die ebenfalls dort isst und uns sogar auch noch bekannt vorkommt. Zufälle gibt's. Die Hamburger sind schnell verdrückt, der Busbahnhof weniger schnell gefunden. Aber irgendwann finden wir's dann doch. Der Chaffeur und seine Assistentin (jawohl, hier und auch in Panama haben die Fahrer stets Assistenten, welche Plätze zuweisen und Geld einkassieren, Rucksäcke, Zuckerrohr und Tiere verfrachten und lauthals die Zieldestination aus dem Bus schreien) jedenfalls waren die beiden gerade beschäftigt, die Klappe vom Bus zuzubekommen. Vom Frachtraum aus sozusagen. Unsere Rucksäcke wurden dann neben die Eier gewuchtet und: einsteigen. Nur wie? Bumsvoll ist milde ausgedrückt. Aber einer passt immer noch rein. Na dann los geht's. Im Schneckentempo, man muss ja noch weitere Leute reinpacken... Ein Besoffener ist dann nach 5Min umgekippt und der wurde auch noch irgendwohin verfrachtet. Schnell bemerkten wir, dass der Bus gerade als Schulbus funktionierte... "Gracias" tönte es im Minutentakt von irgendwo im Bus. Das Zeichen für den Fahrer anzuhalten, damit jemand aussteigen konnte. Nach 1.5h dann: Puerto Rio Barrantillo! "Gracias" wir dürfen raus. Draussen werden wir schon erwartet und ab gehts aufs Kanu. Auf dem Rio Arajuno geht's 5min flussabwärts, dann sind wir da. Geschafft nach 9h Reise.
Runa Huasi ist keine richtige Lodge. Sie besteht aus fünf Bambushäuschen mit Strohdächern. Eine indianische Familie des Stammes der Kichwa führt diese Lodge. Gemeinsam mit der teureren Liana Lodge und der Tierauffangstation AmaZoonico bildet das Runa Huasi das Projekt Selva Viva, ein Regenwaldschutzprojekt.
Unser Cabaña besteht aus Bambuswänden bis zur Hüfte, der obere Teil aus Moskitonetzen, quasi alles offen. Na dann. Jungle feeling garantiert. Wir bleiben drei Nächte bei Juan und seiner Familie. Juan ist super nett und seine Frau kocht genial!! Das "zuBettgehen" wird zur Herausforderung. Sobakd es dunkel ist, kommen die Kakerlaken aus ihren Verstecken. Ginge ja noch... Aber da hat es riiiiesige! So gross wie meine Hand und fliegen kann das Ding auch.. Phuiii! Die Vorstellung, dass dieses riesen Vieh nachts in unser Gesicht fliegt, ist doch ziemlich ecklig. Unser Mosquitonetz ist schnell aufgehängt. Gerettet :-) Auch für die folgenden Nächte in denen wir noch ebenso grosse Spinnen mit unserer Kopflampe entdecken. (Strom hat's hier keinen).
Ansonsten ist's toll, so zu schlafen, als läge man mitten im Dschungel, also sind wir ja auch. Die ganzen Tiere und ihre Gesänge - Wahnsinn.
Morgens wurden wir stets von streitenden Totenkopfäffchen geweckt.
Der Besuch im AmaZoonico war interessant, die Führung amüsant, wurden wir doch in eine Gruppe aus Touris aus einer richtig teuren Lodge zugeteilt. - lustige Gestalten waren da dabei.
Am zweiten Morgen wurden wir nicht nur durch die Affen geweckt, sondern es war plöttlich richtig viel Betrieb auf dem Pfad vor unserem Cabaña. Ca. 20 Personen des Kichwa Stammes kamen, um der Familie beim Putzen und Pflegen der Cabañas und dem Drumherum zu helfen. Alle mit Gummistiefeln und Macheten bewaffnet. Natürlich fanden sie es spannend, uns beim Frühstück zuzuschauen. Wir haben dann noch eine Tagestour durch den Urwald gemacht, begleitet von Juan und vier anderen, die mit Macheten und einer Motorsäge den Weg frei gemacht haben. Zum Glück waren die etwas schneller unterwegs und wir konnten dann doch noch die Ruhe geniessen. Ausser einem Zwergseidenäffchen und kleinen Taranteln sind aber wohl alle Tiere geflohen. Naja! Juan hat uns dafür jede Pflanze und ihre Wirkung erklärt. Die Kichwa haben sogar eine Pflanze, welche Kindern, die mit einjährig noch nicht laufen können, eingerieben wird. Anscheinend lernen sie dann schneller laufen.
Für unsere Rückreise brauchten wir wieder so einige Zeit. Aus den 50min im Reiseführer wurden 3h Reisezeit. - geplatzter Pneu und vollem Bus sei dank. Ab Tena ging's dann (mit Sitzplätzen) Richtung Baños, wo der ganze Bus auf Drogen getestet wurde. Militärkontrolle. Naja, eigentlich wurden nur die Männer abgetastet und dies auch weniger genau als in jeder Basler Disko.
Nun sind wir seit gestern in Baños. Baños ist Wallfahrsort und Kurort. Es hat hier heisse Quellen und viele Souvenirshops. Nachdem wir nun eineinhalb Wochen die absolut einzigen Gäste waren und nur eine einzige andere Touristin angetroffen haben, hat's hier doch ne ganze Menge... Leider regnet's ohne Unterbruch, so lassen wir unsere Wanderung durch das sehr schöne Tal ausfallen und fahren wieder hoch in die Anden. Nach Riobamba.




