Surferparadies - Arugam Bay
Nach unserer Biketour durch die Ruinen und den vielen Bus- und Tuktukfahrten war es nun echt Zeit, mal etwas länger zu relaxen. Aber so vier Tage Strand muss man sich erst verdienen...
Wir sind früh wie immer aufgestanden, um den 8 Uhr Bus nach Batticaloa zu erwischen. War gar nicht so einfach bei dem riesen Frühstücksbuffet, das Luxman auffuhr. Die Hälfte haben wir dann noch als Snack während der Busfahrt mitbekommen. Nach Luxman herzlicher Verabschiedung haben wir es dann doch noch zum Busbahnhof geschafft und einen Sitzplatz ergattert. Früh im Bus sein ist hier echt wichtig, wenn man nicht an der Tür hängend mitfahren will.
Die Fahrt zur Küstenstadt Batticaloa dauerte drei Stunden. Wir hatten also schon ganze 50 km geschafft. Der Bus war natürlich wieder proppenvoll und wir als einzige Touristen wurden wieder neugierig beäugt und angelächelt. Der Weg führte mehrheitlich an riesigen Reisfelder vorbei. Leider sind die Einheimischen hier noch nicht so über Umweltverschmutzung aufgeklärt. Plastiktüten, Flaschen, Papierli und sonstiges fliegt direkt aus dem Busfenster ins Reisfeld oder in den Fluss, in dem sie sich waschen...
In Batticaloa kriegten wir direkt einen Anschlussbus nach Pottuvil, was das Dorf vor Arugam Bay ist.
Nächste 5 Stunden. Diesmal 100 km. Man könnte nebenbei noch Blumen pflücken. Wir verfallen jedoch in Diskussionen über die vorüberziehende Landschaft. Ruinen an Ruinen, verlassene und verfallene Häuser, zerbrochene Grabsteine auf Friedhöfen. Die Strasse führt direkt am Meer entlang und wir sehen ganze Dörfer, die verlassen sind und deren Ruinen noch wie Mahnmale in der Landschaft stehen. Auch hier viele Plakate und Häuser von UNO, IKRK, SOS Kinderdorf und World Vision. Hier kriegt man den Tsunami auch 11 Jahre später noch zu spüren.
Der Busfahrer beschallt uns weiterhin mit seiner ceylonesischen Partymusik und wir sind froh, als wir endlich in Pottuvil sind. Das Tuktuk nach Arugam Bay dauert gefühlte zwei Minuten - geschafft. Da sind wir natürlich weniger begeistert, als wir erfahren, dass wir vom schönen, grünen Hostel mit den schicken Zimmern mit Veranda das hinterste bekommen. Sieht nach Gartenhaus aus. Arugam Bay hat jährlich 330 Sonnentage. Wir erwischen einen der seltenen Platzregen, der sich dann auch prompt im löchrigen Gartenhaus und auf unserem Bett bemerkbar macht. Nach kurzer Diskussion und drohendem Umzug unsererseits, dürfen wir am nächsten Tag ein anderes Zimmer beziehen. Ufff.
Arugam Bay erweist sich trotz der vielen Touristen als gemütlich und relativ ruhig. Die vielen Gästehäuser, Hotels, Restaurants und Bars sind meist stilvoll gemacht und passen in die Landschaft. Die Bucht ist enorm lang und geht nahtlos in andere Buchten über. Einzig Schatten sucht man hier vergebens.
Wir geniessen das Relaxen und Lesen und shoppen uns durch die Lädeli, was bis jetzt ja eher rar war. Da momentan gerade ein Surfcontest stattfindet, mischen wir uns am Surfpoint unter die Schaulustigen. Leider sind die Wellen sehr klein und die Surfer mit ihrem Können eingeschränkt. Schade. Da probieren wir unser Können doch selbst.
Für 12 CHF mieten wir ganztags zwei Surfbretter und lassen uns zum Anfängerspot 'Elefant Rock' fahren. Auch hier sind die Wellen klein und das Meer teilweise aalglatt. Leider waren wir auch nicht die Einzigen mit der Surfidee. Nach 4 h Surferfahrung wissen wir wieder: surfen braucht Geduld und ist sau anstrengend. Die blauen und roten Flecken an Armen, Knien, Hüfte und Bauch beweisen unser Engagement ;)
Da bleiben wir doch den Schneebrettern treu und bevorzugen am letzten Tag das Baden ohne Brett. Dann reicht's aber auch langsam mit Hitze, Strand und überall Sand.
Wir düsen weiter in die Berge.
Abkühlen in Ellas Teeplantagen ist angesagt.
