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Haputale - zu Besuch bei Sir Thomas Lipton


Wir verlassen Ella nach einem üppigen Frühstück mit dem Zug. Wir haben uns für die langsame Zugvariante entschieden: 24 km - 1:10 h. Da kann man super Fotos aus dem Fenster machen, auf dem Trittbrett fahren und auch sonst die Landschaft geniessen.

Das Zug fahren in Sri Lanka ist nicht nur enorm günstig (wir haben zusammen ca. 80 Rappen bezahlt), sondern auch wunderschön und unbedingt zu empfehlen.

Der Weg von Ella nach Haputale führt grösstenteils durch Teeplantagen und vorbei an kleinen Dörfern. Immer wieder öffnen sich Täler und alles ist total grün.

In Haputale angekommen, fahren wir ins Leisure Mount Hotel. Unser erstes Hotel auf dieser Reise und es hat sich gelohnt. Wir haben eine unglaubliche Aussicht. Zuerst über die grünen Teefelder und dann sieht man weiter über die Tiefebene bis fast zum Meer.

Wir sind begeistert und machen einen Spaziergang vom Hotel aus durch die Teeplantagen. Wir treffen während zwei Stunden keine Menschenseele und geniessen diese wunderbare Aussicht. Das Abendessen lässt sich ebenfalls sehen. 7 verschiedene Currys à discrétion für je ca. 5 CHF. Und zum Dessert meine neue Leibspeise: Curd and Treagle. Stichfester Naturejoghurt mit Palmhonig. Mhmm.

Dann kommt der Gastgeber und fragt, ob wir ne Shisha wollen. Wir bejahen, er verschwindet. Dann erfahren wir: er hat seine Shisha vor zwei Tagen gekauft, um sie jungen Leuten anzubieten. Wir sind die ersten, die probieren dürfen. Na! da hat er sich ja den richtigen ausgesucht.... so kriegen wir ne Shisha und er n Lehrgang :)

Am nächsten Tag geht's dann los nach Dambatenne. Das sagt euch nichts? Doch kennt ihr alle! Gelbes Zetteli, rote Schrift.

1890 kaufte Thomas Lipton fünf Teeplantagen in Dambatenne, Ceylon und vergrösserte seinen Besitz innert weniger Jahren. Mit seinem Motto: "direct from the garden to the teapot" war er so erfolgreich, dass er 1898 von Queen Victoria geadelt wurde.

 Herr Lipton ging anscheinend gerne in seinen Plantagen wandern und ging besonders gerne auf den 1935m hohen, heute nach ihm benannten, Lipton Seat.

Da wollen wir natürlich hin. Haputale liegt auf 1500. Die ersten 10km werden wir mit dem Tuktuk gefahren. Den zweiten Teil, der 7 km, lange Aufstieg von der Fabrik zum Lipton Seat gehen wir zu Fuss. Wir sind allerdings die Einzigen. Immer wieder knattern Touristen an uns vorbei, denn der Wanderweg ist zugleich ein Strässli. Tja. Dafür verpassen die fauleren Touristen die singenden Kinder vor der Schule, den intensiven Geruch der frisch gerupften Teeblätter, das nette Winken der Arbeiter und die Ziegen, die den Tee abfressen. Es ist wahnsinnig - soweit man sehen kann- alles grün, alles Tee.

Nach 1.5h sind wir oben und trotz Höhenmeter ist es echt warm, also eigentlich heiss. Oben angelangt, lacht uns Liptons Schild an und ein netter Wada- und Rotiverkäufer. 

Gestärkt treten wir den Rückweg an - jetzt ist alles in Wolken gehüllt. Wir geben's zu: In der Hälfte hat uns ein leeres Tuktuk den Rückweg angeboten. Für 2 Franken. Na, dann Hopp rein und ab in die Teefabrik Dambatenne.

Gemeinsam mit 8 anderen Touristen machen wir eine Führung mit.

Die Blätter werden vom Feld in die Fabrik gebracht und dort während 16h mit heisser Luft getrocknet. Dann sind sie halb trocken. Interessanterweise werden die Blätter vorher nicht gewaschen. 

Nach dem Trocknen kommen die Blätter in ein Fass, das sich auf unebenem Boden dreht und so die Blätter vermalmt. Danach kommen die Blätter auf sehr altertümlichen Förderbändern durch verschiedene Mühlen und werden immer kleiner. Für die Teekenner unter euch: hier wird feiner Tee hergestellt, keine halben oder ganzen Blätter. 

Nach dem Mahlen geht's durch 5 Trocknungs- und Schüttelmaschinen;  zuletzt wird das Grobe aussortiert. Zum Schluss werden durch ein Band, dass schüttelt und siebt, die verschiedenen Sorten und Feinheiten sortiert. (Dust, Pekoe, BOP, BOPF usw.).

Und die ganze Zeit begleitet uns der betörende Teegeruch.

Mit dem Bus geht's zurück und abends gibt's nochmal ein leckeres Abendessen und Shisha Nummer 2 für den Gastgeber.

 Tee soweit das Auge reichtLiptonunterwegs mit dem Zug

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